FSME
In Deutschland werden von den Zecken hauptsächlich zwei Erkrankungen übertragen:
- Borreliose
- FSME / Frühsommer-Meningoenzephalitis
Borreliose:
Die Borreliose wird durch bestimmte Bakterien, die sogenannten Borrelien, übertragen. Diese können besonders das Herz, die Haut sowie die gesamten Gelenke schädigen.
Bei der Lyme-Borreliose werden vier ” Spezies ” unterschieden:
- Borrelia burgdorferi
- Borrelia garinii
- Borelia afzelii
- Borelia spielmanii
Diese vier unterschiedlichen Arten der Borrelien kommen alle in Europa vor, wobei sie unterschiedliche Auswirkungen auf die Leidensgeschichte haben: Borrelia afzelii ruft hauptsächlich Erkrankungen der Haut hervor während Borrelia garinii Beschwerden an den Nerven und Gelenken bevorzugt.
Wie kann man sich infizieren?
Die häufigste durch Zecken übertragene Erkrankung ist nicht etwa die FSME, sondern die Lyme-Borreliose. Ca. 30 – 40 Prozent aller Zecken sind mit den gefährlichen Bakterien befallen, wobei die ausgewachsenen Zecken häufiger infiziert sind als die Larven.
Von Februar bis in den Oktober hinein kann die Ansteckung erfolgen, wobei im Juni und Juli besonders viele Infektionen zu verzeichnen sind.
Die Übertragung mit dem Borreliose-Bakterium erfolgt durch den Stich des Holzbocks ( Schildzecke ).
Das Risiko, an einer Borreliose zu erkranken, steigt mit der Saugdauer der Zecke an: Je länger sie saugen kann – desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, eine Borreliose zu erleiden!
Gibt es eine Impfung gegen die Lyme-Borreliose?
Nein – gegen die Borreliose gibt es leider keine Schutzimpfung!
Die Inkubationszeit einer Erkrankung mit Borrelien kann stark variieren: So kann man schon nach wenigen Tagen erste Anzeichen einer Erkrankung feststellen, aber auch noch Jahre nach einem Zeckenstich kann sich herausstellen, dass die aktuellen Beschwerden ihren Ursprung in dem Stich einer Zecke von vor 3 Jahren haben.
Die Borreliose wird in drei unterschiedliche Stadien unterteilt:
- Stadium I:
Hier wird das typische Erythema (chronicum) migrans entdeckt:
Ein paar Tage bis Wochen nach einem Zeckenstich entsteht an der Stelle des Stichs ein scharf abgegrenztes, meist schmerzloses Erythem, welches in seiner Mitte häufig eine Aufhellung aufweist. Als eigentliche Beschwerden können auftreten:
Fieber, Bindehautentzündung, Kopfschmerzen, Myalgien sowie Lymphknotenschwellungen, aber auch ein allgemeines Zerschlagenheitsgefühl ( ähnlich dem Beginn einer Erkältung ). - Stadium II:
Nach Wochen bis Monaten nachdem die Zecke gestochen hat, können brennende Schmerzen auftreten, die meist in lokaler Nähe zur Zeckenstichstelle zu finden sind.
Weitere Beschwerden können sein: Lähmungen, neurologische Ausfälle, Herzbeschwerden wie Überleitungsstörungen oder ein totaler AV-Block, Vorhofflimmern oder Extrasystolen, rötliche Hautverdickungen ( vor allem bei Kindern an den Ohrläppchen ). - Stadium III:
Monate bis Jahre nach dem Zeckenstich kann es zur Lyme-Arthritis kommen – meist sind die Kniegelenke betroffen, die Beschwerden können aber auch an allen anderen Gelenke auftreten.
Außerdem kann eine Atrophie der Haut mit einer zusätzlichen Verfärbung auftreten. Auch Polyneuropathien können an den betroffenen Extremitäten entstehen.
Da gegen die Lyme-Borreliose nicht geimpft werden kann, ist eine Therapie in der Frühphase am erfolgreichsten.
Als ” das ” Mittel der Wahl für ein Erythema migrans ( Wanderröte ) wird zur Zeit Doxycyclin angewandt.
Da bei Kindern sowie Schwangeren Doxycyclin kontraindiziert ist, gibt man stattdessen Amoxicillin oder Cefuroxim.
Bei Unverträglichkeiten der oben genannten Antibiotika wird Azithromycin empfohlen.
Der Buchtipp:
Krank nach Zeckenstich: Borreliose erkennen und wirksam behandeln
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FSME / Frühsommer-Meningoenzephalitis:
Das für die Frühsommer-Menningoenzephalitis (FSME) verantwortliche Virus gehört zum ” Genus Flavivirus ” in der Familie der Flaviviridae.
Neben dem in Deutschland vorhandenen zentraleuropäischen Subtyp, der meist durch die Zecke Ixodes ricinus übertragen wird, gibt es auch einen fernöstlichen sowie einen sibirischen Typ, die im asiatischen Raum beheimatet sind.
Wo halten sich Zecken gerne auf?
Zecken halten sich bevorzugt in Wäldern sowie in hohem Gras und in losem Laub auf. Damit sich der Erreger erst einmal vermehren kann, ist eine Mindesttemperatur von etwa 7 -8 °C erforderlich.
In den Bergen oberhalb von 1.000-1.500 m halten sich im Normalfall keine Zecken auf.
Allerdings sind ca. 0,5 – 7% aller Zecken mit dem FSME -Virus infiziert !
Wie kann man sich mit FSME infizieren?
Ist eine Zecke mit dem Virus infiziert, so kann sie es durch einen Stich auf den Menschen übertragen.
Wer sollte geimpft sein?
Alle Personen, die sich in FSME-Risikogebieten aufhalten.
Wann wird geimpft?
Für den kompletten Impfschutz sind drei Impfungen erforderlich:
Eine sogenannte Grundimmunisierung,die aus zwei Teilimmunisierungen besteht sowie einer Boosterung.
Alle drei bis fünft Jahre sollte eine Auffrischung der Impfung erfolgen.
Als Nebenwirkungen der Impfung können auftreten: leichtes Fieber, Schmerzen und Schwellungen an der Einstichstelle, Rötungen an der Einstichstelle, Gelenk- und Muskelschmerzen
Die Inkubationszeit beträgt zwischen 7 und 28 Tagen.
Symptome einer Erkrankung mit FSME können sein:
- Grippeähnliche Zustände mit Fieber, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen sowie Schwindelgefühlen.
Nach einer fieberfreien Zeit von ca 1 – 2 Wochen kann bei einigen Infizierten eine Meningoenzephalitis ( Entzündunf der Hirnhäute ) mit Fieber, Erbrechen oder Koma auftreten.
Auch kann eine Entzündung des Rückenmarks ( Myelitis ) auftreten, die dann zu bleibenden neurologischen Ausfällen führen kann.
Es kann aber selbst nach schweren Verläufen wieder zur völligen Heilung kommen ( Spontanheilung ). Die besonders gravierenden Krankheitsfälle treten fast nur bei Erwachsenen auf.
Bei ca. 1 – 2 % der Erkrankten mit einer Beteiligung des ZNS führt die Erkrankung zum Tode.
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