Der/die Frauenarzt/ärztin erzählt Ihnen viel über mögliche Untersuchungen und benutzt Fachbegriffe, bei denen Sie nur Bahnhof verstehen?
Vielen Frauen ist es peinlich, dem Arzt zu sagen, dass Sie sein ” Medizinerlatein ” nicht ganz verstehen und gehen dann mit vielen Fragen im Kopf wieder nach Hause.
Doch das muss nicht sein! Fragen Sie gezielt nach, wenn Sie etwas nicht verstehen! Der Arzt kann es Ihnen dann in Ruhe noch einmal erklären – Sie müssen nur nachfragen!

Damit Sie noch besser mitreden und verstehen können – kommen hier die wichtigsten medizinischen Fachbegriffe!

Amniozentese:
Hinter diesem Begriff versteckt sich nichts anderes als eine Fruchtwasseruntersuchung!
Die Fruchtwasseruntersuchung kann über mögliche Chromosomenschäden informieren. Der Frauenarzt entnimmt dabei mit einer dünnen Hohlnadeln ca. 15 Milliliter Fruchtwasser – alles unter Ultraschallkontrolle!
Diese Untersuchung kann zwischen der 15. und 16. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden.
Dabei werden dem Fruchtwasser kindliche Zellen entnommen; für ca. 2 – 3 Wochen werden diese dann in einem Labor bis zur Teilung gezüchtet. Diese Zellen können dann auf mögliche Chromosomenschäden untersucht werden – auch ein offener Rücken kann z. B. durch einen bestimmten Eiweißwert ausgeschlossen werden.
Das Risiko einer Fehlgeburt liegt allerdings bei dieser Art der Untersuchung bei ca. 0,5 – 1, 0 Prozent!

Beckenlage:
Etwa 5 Prozent aller Kinder werden aus einer Beckenlage heraus geboren, d.h. das Kind liegt mit dem Kopf nach oben und mit dem Steiß nach unten.
Normalerweise dreht sich das Ungeborene bis zur 30. – 35. Schwangerschaftswoche so, dass das Köpfchen nach unten zeigt und der Steiß nach oben. Diese Lage ist die einfachste und ungefährlichste Geburtsposition für Mutter und Kind.
Die Beckenlage, die auch unter der Bezeichnung Steißlage bekannt ist, erfordert in manchen Fällen einen Kaiserschnitt.
Lesen Sie hier mehr über die Beckenlage und wie sich das Ungeborene in die richtige Position drehen kann!

Der Blasensprung:
Beim Blasensprung öffnet sich die Fruchtblase und dies ist dann das Zeichen für den ” Start” der Geburt.
Nach dem Blasensprung kommen meist auch zügig die Wehen – fehlen diese ganz oder setzen nicht innerhalb der nächsten Stunden ein, so wird die Geburt eingeleitet.
Dies ist notwendig, um das Infektionsrisiko durch die geöffnete Fruchtblase zu minimieren.

Blutungen in der Schwangerschaft:
Keine Angst – nicht immer ist eine Blutung ein Zeichen für eine drohende Fehlgeburt! Trotzdem sollte bei jedem Anzeichen einer Blutung unverzüglich der Arzt aufgesucht werden.
Meist ist der Grund des Blutes folgender: Die Gebärmutter und der Muttermund sowie das gesamte Gewebe sind in der Zeit der Schwangerschaft besonders stark durchblutet. Dies kann allein schon manchmal ausreichen, um leichte Blutungen zu rechtfertigen! Auch eine Untersuchung beim Frauenarzt oder Sex können Blutungen hervorrufen.
Also nicht gleich in Panik ausbrechen – sondern den Arzt aufsuchen!

Die Cerclage:
Wenn die Muskulatur des Muttermundes recht schwach ist und eine Fehlgeburt droht, kann eine sogenannte Cerclage gelegt werden.
Darunter versteht man entweder ein Silikonring , welchen der Frauenarzt ohne Betäubung über den Muttermund streift oder auch ein Band aus Kunststoff, das unter Narkose um den Hals der Gebärmutter gelegt wird.
Beides verhindert, dass das Ungeborene frühzeitig aus der Gebärmutter ” heraus rutscht “.

Die Chorionzottenbiopsie:
Die Chorionzotten befinden sich um den Fruchtsack herum – hiervon kann der Arzt kleinste Gewebeproben ab der 10. oder 11. Schwangerschaftswoche entnehmen. Daraus wiederum werden Chromosomen des Ungeborenen entnommen und so können mögliche Gendefekte aufgeklärt werden.
Die Proben werden auch hier mit einer dünnen Hohlnadel entnommen – da die Proben nicht direkt aus dem Fruchtsack, sondern außerhalb entnommen werden, ist das Risiko einer Fehlgeburt hier ein wenig geringer als bei einer Fruchtwasseruntersuchung. Es liegt bei ca. 0,3 – 0,5 Prozent.
Das Ergebnis liegt viel eher vor als bei der Fruchtwasseruntersuchung – nach ca. 3 – 4 Tagen können Ergebnisse geliefert werden.
Der gesamte Vorgang wird – wie bei der Fruchtwasseruntersuchung – vom Ultraschall begleitet.


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