Was tun bei einem Leistenbruch?
Ein Leistenbruch muss sich nicht gleich bemerkbar machen. Je kleiner der Bruch – umso weniger Schmerzen und Beschwerden; vielleicht bemerkt der Betroffene ein leichtes Ziehen im Bauchraum oder einen sanften Druck in der Leistengegend.
Ist der Bruch allerdings größer, so verursacht er meist starke Schmerzen. Außerdem kann man den Bruch auch im Stehen fühlen oder gar sehen!
Doch was genau passiert eigentlich bei einem Bruch?
Bei einem Bruch, der medizinisch auch als Hernie bezeichnet wird, geschieht Folgendes:
Schichten der Bauchdecke oder Teile des Bauchfells können sich durch die Ausstülpungen der Bauchwand schieben. Bei kleinen Kindern sind die Brüche meist angeboren und befinden sich entweder am Eingang oder am Ausgang des Kanals der Leiste.
Bei den Erwachsenen liegen Brüche dagegen meist in dem Teil der Bauchwand, wo sehr wenige bis gar keine Muskeln über der Bauchwand liegen. Diesen Teil nennt man auch das ” Hesselbach-Dreieck”.
Durch starkes Niesen oder Heben schwerer Dinge kann es passieren, dass ein schwaches Bindegewebe in Verbindung mit schwachen Muskeln dem Druck im Bauchraum nicht standhält – es kommt zum Bruch.
Bei ganz schweren Fällen können sich dann sogar Teile des Darms durch die Ausstülpung(en) schieben – dann ist eine schnelle Operation angezeigt ( möglichst innerhalb von 6 Stunden ).
Denn klemmen sich Teile des Darms in der Ausstülpung ein und werden nicht mehr richtig durchblutet, kann es zu gefährlichen Komplikationen kommen. Außerdem erleidet der Betroffene bei einer Inkarzeration ( = Brucheinklemmung ) sehr starke Schmerzen, so dass schnellstmöglich ein Krankenhaus aufgesucht werden sollte.
Doch es ist nicht bei jedem Leistenbruch eine Operation notwenig – bei leichteren Fällen kann man, sofern es die Beschwerden zulassen, auf eine Operation verzichten.
Bei kleinen Kindern allerdings sollte der meist angeborene Bruch auf jeden Fall operativ gerichtet werden, da sich dieser sonst über die Jahre vergrößern kann und damit die Gefahr einer Einklemmung von Bauchteilen in den Ausstülpungen ansteigt.
Bei den operativen Eingriffen unterscheidet man drei hauptsächlich angewandte Verfahren:
1. Die Ausstülpung wird mit einem Netz aus Kunststoff verstärkt – diese Methode wird auch als ” die offene Methode mit Netz nach Lichtenstein ” bezeichnet und gerne bei größeren Brüchen durchgeführt. Auch wenn sich ein bereits operierter Bruch wieder geöffnet hat, ist dies die Methode der Wahl.
2. Bei der ” offenen Methode nach Shouldice ” wird die Haut über dem Bruch aufgeschnitten und die Stelle des Bruchs mit Schichten der Bauchwand gestärkt. Außerdem kann die Stelle mit besonderen Nähten verstärkt werden.
3. Bei der sogenannten ” minimal invasiven Methode ” werden durch drei kleine Schnitte im Bereich des Nabels eine kleine Videokamera sowie natürlich die Operationsinstrumente in die Bauchhöhle eingeführt. Dann wird der Bruch mit einem Netz aus Kunststoff verstärkt.
Diese Methode eignet sich besonders gut, wenn beide Leistengegenden betroffen sind.
Männer sind übrigens viel häufiger von einem Leistenbruch betroffen, weil bei ihnen bereits im Mutterleib die typischen Schwachstellen entstehen. Dies passiert, wenn der Hoden mit den Samenleitern von der Nierengegend durch die Leiste in Richtung Hodensack wandert.

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