Das benigne Prostatahyperplasie Syndrom
Unter der Bezeichnung BPS versteht man das benigne Prostatahyperplasie Syndrom, welches früher auch unter der Bezeichnung BPH = benigne Prostatahyperplasie bekannt war.
” Benigne ” steht in diesem Zusammenhang für eine gutartige Veränderung!
Da nun die Symptome und Beschwerden eines BPS von Mann zu Mann sehr unterschiedlich ausgeprägt sein können, wird der Schweregrad der Erkranung in unterschiedliche Kategorien unterteilt.
Dies wird mittels IPSS – > International Prostate Symptom Score getan.
Bei diesem Test werden dem Mann ca. 7 – 8 Fragen zu den Beschwerden beim Urinieren gestellt, meist beziehen sich die Fragen auf einen Zeitraum der letzten 4 Wochen.
Die Anzahl der Punkte geben dem Arzt einen Überblick über die Schwere der Erkrankung.
Sind die Probleme beim Wasserlassen weniger ausgeprägt, so liegt in der Regel das Stadium I ( auch als Reizstadium bekannt ) vor. Hier dominiert ein recht häufiger Harndrang mit verzögerter Harnentleerung und einem relativ schwachem Urinstrahl.
Im Stadium II ( Restharnstadium ) überwiegt deutlich ein recht häufiger Harndrang mit einer unvollständigen Blasenentleerung.
Aufgrund des permanentem Restharns kommt es häufiger zu teilweise schmerzhaften Blasenentzündungen, die eine Antibiotikagabe erforderlich machen.
Das Stadium III ( Dekompensationsstadium ) kennzeichnet sich hauptsächlich durch den häufigen Drang zur Toilette gehen zu müssen, hierbei kann die Blase meist nur unvollständig entleert werden.
Durch den ständig in der Blase verweilenden Restharn und dem Problem des geringen Harnabgangs beim Gang zur Toilette, kann es häufig zu einer ungewollt spontanen Entleerung der Blase kommen, was für den Betroffenen sehr unangenehm sein kann.
Kann der Harn wegen eines Harnverhalts nun nicht oder nur in geringen Mengen abfliessen, so besteht die Gefahr, dass sich der Urin bis zu den Nieren zurückstauen kann. Wird dieser Zustand nicht behoben, so können Nierenschmerzen, Nierenbeschwerden oder sogar eine gefürchtete Niereninsuffizienz auftreten.
Um diesem Risiko vorzubeugen, bleibt nur eine Operation, bei der die vergrößerte Prostata verkleinert wird und so der Harn wieder besser abfliessen kann.
Zur kurzzeitigen Behandlung kann ein Katheter gelegt werden.
Können Tabletten gegen eine Vergrößerung der Prostata helfen?
In den Stadien I und II kann man der Prostata entweder mit pflanzlichen oder synthetischen Mitteln wirksame Unterstützung anbieten – im III. Stadium hilft in den meisten Fällen nur noch eine Operation.
Pflanzliche Mittel, wie zum Beispiel Sägepalmfrüchte, Brennesselwurzel oder auch der altbewährte Kürbissamen wirken entwässernd und können mögliche Entzündungen verhindern oder zumindest minimieren.
Die Sägepalmfrucht:
Sägepalmfrüchte hemmen unter anderem die 5 – alpha – Reduktase, die bei der Umwandlung des Hormons Testosteron in Dihydrotestosteron benötigt wird.
Dihydrotestosteron ( DHT ) ist die eigentlich aktive Form des Hormons Testosteron – DHT ist wahrscheinlich mitverantwortlich für eine Anregung des Gewebewachstums der Prostata.
Hemmt man nun die Umwandlung von Testosteron in DHT, so wird das Wachstum der Prostata verzögert oder sogar ganz aufgehoben.
Der Kürbissamen:
Der Kürbissamen ist ein altbewährtes Mittel bei der Behandlung von Prostatabeschwerden.
Kürbissamen wirkt ähnlich wie die Sägepalmfrucht – auch hier wird die Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron gehemmt.
Die Brennessel:
Da die Brennessel generell entwässernd wirkt, kann mittels ihrer Hilfe einem möglichem Harnstau entgegengewirkt werden. Außerdem minimiert sie durch die entwässernde Wirkung die Gefahr einer Blasenentzündung durch diverse Keime, die sich gerne im verbleibendem Restharn ansiedeln.
Bei den verscheibungspflichtigen Substanzen stehen Mittel zur Verfügung, die eine ähnliche, wenn auch weitaus stärkere Wirkung haben, als die pflanzlichen Mittel ( die 5 – alpha – Reduktasehemmer ).
Die Reduktion von Dihydrotestosteron durch eine Blockade der Umwandlung des Testosterons in DHT ist die Hauptwirkung dieser Mittel.
Denn ist im Prostatagewebe weniger wachstumsförderndes Hormon vorhanden, so kann das Wachstum der Prostata gestoppt oder zumindest verzögert werden.
Dadurch kann eine Operation hinausgezögert oder teilweise sogar ganz überflüssig werden.
Es gibt allerdings auch noch andere verschreibungspflichtige Substanzen, die für eine Entspannung der glatten Muskulatur ( Alpha- 1 – Adrenorezeptorenblocker ) im Blasen – und Prostatabereich sorgen.
Durch die entspanntere Muskulatur kann der Urin leichter abfliessen und einer Stauung des Urins wird vorgebeugt.
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