Die Behandlung der Migräne :

Sie können sich im Akutfall in Ihrer Apotheke mit freiverkäuflichen Schmerzmitteln selbst versorgen. Aber bitte beachten Sie stets : Viel hilft NICHT viel !!! Wenn Ihnen ein Wirkstoff nicht hilft, oder Sie ihn nicht vertragen, probieren Sie es mit einem anderen. Aber achten Sie darauf, dass Sie maximal an 7 Tagen im Monat ein Schmerzmittel nehmen. Wenn Sie damit nicht auskommen, wenden Sie sich bitte an einen Spezialisten auf dem Gebiet! Das sollten Sie sowieso tun, in jedem Fall. Denn Tabletten können zwar im Akutfall und kurzfristig angewandt, gute Dienste leisten – aber im Dauergebrauch schaden Sie nur!!! Schlucken Sie niemals nur Tablette nach Tablette, sondern schlagen Sie immer auch andere Therapiewege ein.

Hier nun ein paar Tipps zum Thema freiverkäuflichen Schmerzmitteln, verschreibungspflichtigen Mitteln und Entspannungsübungen…
In der Apotheke können Sie folgende Schmerzmittel frei kaufen :

( Die Dosierungsempfehlungen gelten für Erwachsene – nicht für Kinder!!! )

  • Ibuprofen: Es gibt die Tabletten mit 200 mg und mit 400 mg. Auch als Saft oder Zäpfchen erhältlich. Sie sollten maximal auf 1200 mg pro Tag kommen. ACHTUNG : Kann bei Dauergebrauch und hoher Dosierung Magenbluten und Magenschmerzen hervorrufen.
  • Paracetamol: Tabletten gibt es mit 500 mg, Zäpfchen von 125 mg – 1000 mg ( von Babydosierung bis zur Erwachsenendosierung ) Auch als Saft erhältlich. Richten Sie sich bitte nach der Packungsbeilage! ACHTUNG : Kann bei hoher Dosierung die Leber stark schädigen!!!
  • Acetylsalicylsäure: Diesen Wirkstoff gibt es auch in verschiedenen Darreichungsformen: Als normale Tablette, zum Auflösen, zum Kauen, zum ” auf die Zunge streuen “….aber auch direkt gegen die Migräne. Aufgepasst: Hier müssen Sie immer direkt zwei Tabletten in einem Glas Wasser auflösen!!! ACHTUNG : Kann das Blut stark verdünnen, kann Magenbluten hervorrufen!!!

BITTE NEHMEN SIE DIE MEDIKAMENTE NUR KURZFRISTIG EIN – WENN KEINE BESSERUNG AUFTRITT; SUCHEN SIE BITTE IHREN ARZT AUF !!!!!!!!

Als rezeptpflichtige Medikamente kommen folgende in Frage :

Der Arzt kann Ihnen Triptane ( z. B. Naratriptan, Sumatriptan oder Eletriptan ) verordnen. Ebenso kann er Ihnen gegen die Übelkeit und zur Verbesserung der Aufnahme der Triptane z. B. Metoclopramid oder Domperidon verordnen. Dies liegt aber allein in der Hand Ihres Arztes. Er ist der Fachmann und er entscheidet, was für Sie das richtige Mittel ist.

Zur Migräneprophylaxe können verordnet werden:

  • Betablocker ( Propranolol, Metoprolol )
  • Calciumantagonisten ( Flunarizin )
  • Amitriptylin
  • Naproxen
  • Valproinsäure

Aber Sie können noch einiges anderes tun, um die Migräneanfälle zu reduzieren :

  • Nehmen Sie regelmäßig Magnesium ein! Mindestens 300 mg / Tag! Magnesium ist u. a. wichtig , damit sich die Muskeln entspannen können ( auch wichtig für den Herzmuskel ).
  • Machen Sie Sport ! Pro Woche 3 x 30 Minuten Ausdauersport und Sie werden merken, dass sich die Anzahl der Anfälle verringern werden.
  • Machen Sie Yoga, entspannen Sie sich bei einem heissen Bad.
  • Bewegen Sie sich viel draussen an der frischen Luft, gehen Sie spazieren!
  • Achten Sie darauf, jeden Tag genügend Flüssigkeit zu trinken!
  • Halten Sie einen regelmäßigen Schlaf – Wach – Rhythmus ein !
  • Betupfen Sie ihre Stirn mit Japan – Öl (Pfefferminz – Öl) 10 ml, das erfrischt und wirkt durch die Kühlung schmerzlindernd. Auch die altbewährten OLBAS Tropfen sind nicht zu verachten!
  • Versuchen Sie, Stress zu reduzieren !

Wussten Sie übrigens, dass auch Kleinkinder und Schulkinder von der Migräne betroffen sein können ? Etwa 4 Prozent der Kinder unter 8 Jahren leiden unter Migräne. Leider wird die Erkrankung bei den Kindern oft nicht erkannt, weil sie sich nicht so genau zu den Schmerzen äussern können – und weil die Migräneattacken von recht kurzer Dauer sind. Die Vorboten ähneln denen der Erwachsenen und die Behandlung ist ebenfalls ähnlich. Allerdings dürfen Kinder unter 14 Jahre keine Acetylsalicylsäure bekommen ( ASS ), da dieser Wirkstoff bei Kindern eine Leber – und Gehirnerkrankung ( das sogenannte Reye – Syndrom ) auslösen kann.

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