Diphtherie
Diphtherie
Die Diphtherie wird durch das Gift des Diphtheriebakteriums Corynebacterium diphtheriae verursacht.
Das Toxin nennt sich Exotoxin diphtherietoxin und gehört zur Gruppe der grampositiven Bakterien. Eine Erkrankung kann zu massiven Spätfolgen und Komplikationen führen.
Infektionen mit dem Diphthterieerreger werden weltweit beobachtet – ist die Durchimpfungsrate gering, kann die Krankheit auch in Deutschland wieder vermehrt auftreten. In den letzten Jahrzehnten ist sie allerdings – in Deutschland – rückläufig. In anderen Ländern, wie z.B. in der Russischen Förderation, in Afghanistan oder auch in Indonesien tritt die Diphtherie immer wieder auf. Die meisten Erkrankungen treten im Herbst und Winter auf, im Sommer weniger.
Wie kann man sich infizieren?
Die Infektion erfolgt durch Tröpfcheninfektion ( face-to-face-Kontakt ), auch kann man sich im Falle einer Hautdiphtherie durch direkten Kontakt der infizierten Haut anstecken.
Wer sollte geimpft sein?
Generell sollte jeder Mensch eine Impfung gegen Diphtherie aufweisen können. Besonders Menschen, die im medizinischen Bereich tätig sind, Kontakt mit Erkrankten haben oder auch Bedienstete des Bundesgrenzschutzes oder der Zollverwaltung sollten eine Impfung haben. Auch Urlauber/Reisende mit Ziel in ein Diphtherie-Risikogebiet sowie Flüchtlinge und Aussiedler, die in Gemeinschaftsunterkünften leben, sollten eine Impfung/Auffrischung erhalten.
Wann wird geimpft?
Als Impfstoff steht ein Totimpfstoff zur Verfügung, der in den Muskel gespritzt wird.
Säuglinge werden nach Vollendung des zweiten Lebensmonats geimpft. Es folgt eine zweimalige Impfung im Abstand von mindestens vier Wochen. Die letzte und vierte Impfung sollte zwischen dem 11 – 14. Lebensmonat erfolgen.
Eine Auffrischung wird zwischen dem 5. und 6. sowie dem 9. – 17. Lebensjahr durchgeführt werden. Nach zehn Jahren sollte generell nachgeimpft werden – dies wird leider von sehr wenigen Erwachsenen wahrgenommen, sodass nur etwa ein Drittel einen ausreichenden Impfstatus vorweisen kann.
Nichtgeimpfte Erwachsene oder Personen mit fehlendem Nachweis einer Impfung sollten 2 Impfungen im Abstand von 4–8 Wochen und eine 3. Impfung 6–12 Monate nach der 2. Impfung durchführen lassen.
Die Inkubationszeit liegt bei ca. 2 – 5 Tagen, selten länger.
Eine Ansteckungsfähigkeit besteht, solange der Erreger in Sekreten und Wunden nachweisbar ist. In der Regel betrifft dies bei Unbehandelten einen Zeitraum von 2 Wochen, bei antibakterieller Behandlung nur 2–4 Tage.
Symptome können folgende Anzeichen sein:
Bei der Diphtherie-Erkrankung in Europa ist primär überwiegend der Respirationstrakt betroffen. Die Primärinfektion des Respirationstraktes betrifft hauptsächlich die Mandel-Rachen-Region, es kann aber auch ein Befall des Kehlkopfes, der Nase oder der Bronchien vorliegen. Die Krankheit beginnt meist mit Halsschmerzen, Fieber bis zu 39 °C und Schluckbeschwerden. Dann kommt es zu Heiserkeit, Gaumensegellähmungen sowie Lymphknotenschwellungen. Ein Mandelentzündung/ Kehlkopfentzündung mit grau-weißen Pseudomembranen entsteht, die oft die Tonsillen überschreiten und sich auf Gaumen, gegebenenfalls auch bis zum Kehlkopf, ausbreiten kann. Bei dem Versuch, die Membranen zu entfernen, kommt es oft zu teilweise starken Blutungen.
Charakteristisch ist der süßliche Geruch und die Schwellung im Bereich des Halses kann unter Umständen so stark sein, dass es zur Obstruktion der Atemwege (Krupp) und zum Ersticken kommen kann.
Bei der Kehlkopfdiphtherie kommt es zunächst zu Husten und Heiserkeit.
Bei Patienten mit Diphtherie der Nase zeigt sich oft ein ein- oder beidseitiger Ausfluss aus der Nase.
Die Hautdiphtherie kommt vor allem in den tropischen Gebieten vor – in den westlichen Ländern sind vornehmlich bestimmte Risikogruppen betroffen, z. B. Obdachlose, Alkoholiker und Drogensüchtige. Das klinische Bild gleicht dem anderer sekundärer bakterieller Hautinfektionen.
Hier eine kurze Übersicht der Symptome:
- Bei Diphtherien im Mandel – und Rachenbereich kommt es zu Beginn zu Abgeschlagenheit, Übelkeit und Beschwerden beim Schlucken, oft in Verbindung mit Bauch- und Gliederschmerzen; Erbrechen ist eher selten. Fieber tritt auf und wird mit dem Fortschreiten der Erkrankung immer höher.
- Die Diphtherie der Nase tritt bevorzugt bei Säuglingen und Kleinkindern auf, es kommt zu einer behinderten Nasenatmung, Unruhe und einer gestörter Nahrungsaufnahme. Eitriger oder blutiger Schnupfen tritt auf, oft in Verbindung mit Zerstörung des Gewebes sowie Krustenbildung am Naseneingang.
- Als Ersterkrankung tritt die Diphtherie des Kehlkopfes oft als Folge der Rachendiphtherie auf. Typisch sind: bellender Husten, vermehrte Heiserkeit und Stimmlosigkeit – dies ist der echte Krupp. Das Atmen fällt schwer und ist meist mit Pfeifgeräuschen verbunden.
- Seltenere Diphtherieformen sind die Diphtherie der Haut mit auftretenden Geschwüren und die Diphtherie der Bindehaut mit blutig-wässriger Absonderung und häufiger Beteiligung der Hornhaut des Auges.
Eine Diphtherieerkrankung fällt unter die Meldepflicht !

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