Ständig Müde / Fatigue
Neuste Forschungsergebnisse haben ergeben, dass Fatigue-Patienten besser mit der Müdigkeit umgehen können, wenn sie ihre persönliche Leistungsfähigkeit langsam aber sicher verbessern. Ein regelmäßiger Spaziergang kann das ganze Lebensgefühl positiv beeinflussen.
Doch was genau ist eigentlich Fatigue?
Unter diesem Begriff versteht man eine extreme Müdigkeit, die nicht einfach so mit Schlaf oder Ausruhen bekämpft werden kann. Fatigue ist immer da – mehr oder weniger stark ausgeprägt. Meist tritt das ” Gespenst Fatigue ” mit einer Krebserkrankung, einer Multiplen Sklerose oder auch bei Depressionen auf und schwächt den Patienten dann noch zusätzlich.
Bei ca. 60-70 Prozent aller Tumorpatienten tritt eine Fatigue auf und hält auch noch lange nach der Therapie an, oft sogar noch über Jahre hinweg.
Fatigue ist ein permanenter Erschöpfungszustand des Körpers, Schlaf oder Ausruhen helfen hier kaum, die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit ist stark beeinträchtigt. Fatiguepatienten fühlen sich, als hätte man ihnen (fast ) jede Lebensenergie geraubt. Sie wissen nicht, wie sie durch die permanente Erschöpfung über den Tag kommen sollen; selbst einfachste Dinge im Alltag werden zu großen Hürden.
Viele verfallen in Depressionen – ein echter Teufelskreis beginnt, aus dem man nur noch schwer ohne professionelle Hilfe heraus findet.
Allerdings sind viele der Ärzte auch schlecht über das Thema Fatigue informiert; einige wenige Fachleute gibt es, denen man sich dann anvertrauen sollte.
Aber woher kommt diese große Müdigkeit?
Als erstes sei einmal die Krebserkrankung an sich genannt. Sie schwächt den Körper ungemein und die Behandlungen sind oft sehr anstrengend und belastend für Körper und Geist.
Während einer Chemotherapie werden leider oft auch Entzündungen im Körper in Gang gesetzt, das Blutbild wird geschädigt, Blutarmut und großer Eisenmangel entstehen. Dies sorgt wieder für noch mehr Müdigkeit und Antriebslosigkeit.
Wer sich wenig bewegt oder bewegen kann, dem spielt das ganze Kreislaufsystem einen bösen Streich: Man kann sich wenig bewegen, der Kreislauf kommt nicht in Schwung, die Muskeln werden noch weniger mit Sauerstoff versorgt, die Muskelmasse kann sich verringern – man “baut einfach ab”.
Und wer müde ist, hat keine Lust auf einen Dauerlauf, legt sich lieber hin und folglich verstärkt sich das Problem immer mehr.
Das ganze Leben wird zu einer einzigen Anstrengung, die immer mehr vom Körper abverlangt.
Die Hilfe bei Fatigue soll in einer langsamen Steigerung der Bewegung und der Ausdauer liegen. Starten Sie langsam und mit kleinen Schritten, vielleicht ein kleiner Spaziergang rund ums Haus. Steigern Sie die Anzahl der Schritte von Tag zu Tag – aber langsam! Gehen Sie niemals an Ihre Belastungsgrenze!
Und natürlich sollten Sie vorher mit Ihrem Arzt über die Erkrankung Fatigue gesprochen haben!
Der Buchtipp:
Fatigue bei Multipler Sklerose: Grundlagen, Klinik, Diagostik, Therapie
Das erschöpfte Selbst: Depression und Gesellschaft in der Gegenwart

Leave a Reply