Rheumatische Erkrankungen bei Kindern
Sie dachten bisher immer, Rheuma bekommen nur ältere Menschen? Weit gefehlt! Auch Kinder und Kleinkinder können unter den chronischen Enzündungsprozessen leiden.
Da Kinder aber weniger über Schmerzen klagen und relativ schnell eine Schonhaltung einnehmen, wird die rheumatische Erkrankung häufig erst sehr spät entdeckt. Auch weil man natürlich nicht unbedingt gleich an Rheuma im Kindesalter denkt.
In der Klassifikation des Rheumas unterscheidet man das akute Rheuma sowie das chronische Rheuma.
Das akute Rheuma wird meist durch bestimmte Infektionen ausgelöst, zum Beispiel durch eine Infektion mit Streptokokken, dem Rötelvirus, Borrelien oder auch Salmonellen. Die Dauer der Entzündung kann zwischen weniger Tage bis hin zu fast zwei Jahren liegen. Bei den Kindern ist diese akute Form des Rheumas viel häufiger als die chronische Form.
Aufgrund des jungen Alters der Erkrankten ist das Rheuma bei Kindern gut behandelbar – auch treten bei der akuten Form so gut wie keine Gelenkschäden auf.
Bei der chronischen Form sieht es etwas anders aus: Hier spielt die sogenannte ” juvenile idiopathische Arthritis ” die größte Rolle. Da sich hier die Entzündung über einen sehr langen Zeitraum abspielen kann, werden fast immer die Gelenke geschädigt.
Da bei Kindern aber die Auswirkungen der entzündlichen Prozesse eher langsam ablaufen und somit die Gelenke / das Gewebe erst nach längerer Zeit geschädigt werden, kann man – bei frühzeitiger Entdeckung der Erkrankung – die Schäden relativ gering halten.
Typische Symptome einer rheumatischen Erkrankung von Kindern sind:
- die Gelenke sind meist geschwollen und gerötet und die Kinder reagieren negativ auf Berührungen.
- Das Kind braucht morgens lange, um die gewohnte Beweglichkeit wieder zu finden. Der Körper fühlt sich steif an.
- Die Gelenke schmerzen und sind steif.
- Rückenschmerzen im Bereich der Lendenwirbel treten auf; die Kinder brauchen einige Zeit, um nach langem Sitzen wieder gerade stehen zu können.
- Die Gelenke schmerzen über Wochen und Monate.
Es kann aber auch vorkommen, dass das Kind zwar über Schmerzen klagt, aber die Gelenke weder geschwollen noch erwärmt sind. Dann leigt meist eine Entzündung der Sehnen direkt am Knochen vor. Typisch sind hier starke Schmerzen im Knie und um das Knie herum; auch die Fersen können betroffen sein.
Wenn das Kind nicht mehr soviel spielen will oder schlecht schläft oder Sie Veränderungen der Bewegungsabläufe feststellen, sollten Sie sich unbedingt die Gelenke des Kindes ansehen. Bewegen Sie diese vorsichtig und achten Sie auf die Reaktionen des Kindes.
Die rheumatische Erkrankung wird – je nach Verlauf der Erkrankung – in fünf unterschiedliche Gruppen eingeteilt:
- Junvenile Psoriasisarthritis:
Das Kind ist ist an einer Schuppenflechte ersten Grades erkrankt - Oligoarthritis:
hier sind weniger als fünf Gelenke von den Entzündungen betroffen - Systemische juvenile sowie idiopathische Arthritis:
hier liegt eine Arthritis mit Fieber und / oder Hautausschlägen vor - Enthesitis-assoziierte Arthritis:
ausser den Gelenken sind auch noch die Sehen/ Sehnenansätze entzündet / das Kind trägt ausserdem den genetischen Marker HLA-B27 - Polyarthritis:
hier sind mehr als fünf Gelenke betroffen
Wie können die Ärzte den kleinen Patienten helfen?
Gegen die akuten Entzündungen und Schmerzen können Nichtsteroidale Antirheumatika gegeben werden; auch Kortisongaben sind in schweren Fällen üblich. Durch viel gezielte Bewegung sowie Krankengymnastik kann man die Beweglichkeit fördern und Verkrampfungen der einseitig belasteten Muskulatur lindern.
Warme Bäder mit muskelentspannenden Zusätzen helfen zusätzlich, den Muskelverspannungen entgegen zu wirken.
Akute Entzündungsprozesse sollten aber eher mit Kälte behandelt werden. Hier helfen Kalt-Warm-Kompressen. Vorsicht: Immer ein Tuch zwischen die Haut und die kalte Kompresse legen, damit es nicht zu lokalen Erfrierungen kommt!
Der Buchtipp zum Thema:
Kindliches Rheuma: Eine zu wenig beachtete Krankheit

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