Wenn ein Arzt von Rheuma spricht, so meint er damit meist die Rheumatoide Arthritis . Diese Erkrankung betrifft allerdings nicht nur ältere Menschen – sogar Kinder können darunter leiden.
Fast 850.000 Menschen sind in Deutschland an der rheumatoiden Arthritis erkrankt, die meisten bemerken die Erkrankung zwischen dem 40. und dem 55. Lebensjahr und Frauen sind viel häufiger betroffen als Männer.

Die rheumatoide Arthritis macht sich meist durch starke Schmerzen in den Gelenken bemerkbar. Die Schmerzen entstehen durch Entzündungen direkt in den Gelenken und im umliegenden Gewebe. Doch warum steckt die Entzündung im Gelenk? Der Verursacher ist eine Autoimmunerkrankung: Das körpereigene Immunsystem unterliegt einer Fehlsteuerung – ausgelöst wird dies wahrscheinlich durch diverse Umweltbelastungen sowie genetischen Faktoren.
Wird die Erkrankung nicht früh genug erkannt und dementsprechend therapiert, so werden mit der Zeit Gelenke und Knochen angegriffen und durch die permanenten Entzündungsprozesse zerstört.

- Wie macht sich die rheumatoide Arthritis bemerkbar?
Wenn die Gelenke in den Finger und Zehen dauernd schmerzen, kann es nicht nur ein Gichtanfall sein, sondern eben auch die rheumatoide Arthritis. Weitere Symptome können die Morgensteifigkeit in den Gelenken und diverse Durchblutungsstörungen sein.

- Wie wird die Erkrankung festgestellt?
Der Arzt kann durch verschiedene Veränderungen der Gelenke sowie bereits entstehender Deformationen die Krankheit diagnostizieren. Auch durch eine Blutuntersuchung oder Röntgenaufnahmen kann die Erkrankung festgestellt werden.
Typische Veränderungen der Gelenke treten bei der rheumatoiden Arthritis auf:

  • Caput-ulnae-Syndrom ( hier tritt das Ellenköpfchen am Handgelenk deutlich hervor )
  • Handskoliose ( die Handwurzel im Handgelenk zeigt typische Veränderungen )
  • der Hallux valgus ( die große Zehe knickt nach außen ab )
  • der Hallux rigidus ( im Großzehengrundgelenk sitzt eine Arthrose, die sich ebenfalls durch starke Schmerzen äußert )
  • der Platt-Knickfuß ( hervorgerufen durch die Zerstörung des Bindegewebes )
  • der Spreizfuß
  • der Hammerzeh

Bei der Blutuntersuchung können die Entzündungsparameter nachgewiesen werden. Hier sind folgende Marker ein recht sicheres Zeichen für die rheumatoide Arthritis:

  • niedriger Eisenwert , niedrige Leukozyten, niedriges Hämoglobin
  • erhöhter Kupferwert, erhöhte Thrombozyten, erhöhte Gammaglobuline
  • erhöhte Entzündungsparameter ( unspezifisch ) wie zum Beispiel das C-reaktive Protein ( CRP ) sowie eine erhöhte Blutsenkungsgeschwindigkeit

Auch bestimmte Antikörper gegen cyclische citrullinierte Peptide ( CCP-Antikörper ) zeigen schon in einem sehr frühen Krankheitsstadium eine Entzündung an.

In dem Röntgenbild kann man ebenfalls eindeutige Veränderungen der Gelenke sehen, hierzu zählen zum Beispiel die Knochen-und Knorpelschäden sowie bereits einsetzender Schwund der Knochensubstanz.
Auch eine Reduzierung des Gelenkspaltes oder Verknöcherungen sowie Verdickungen an den Häuten der Gelenke sowie Schäden an den Sehnen sind typische Indikatoren für die Erkrankung.

Der Arzt kann auch anhand eines Kriterienkataloges die rheumatoide Arthritis bestimmen; diese liegt vor, wenn mindestens 4 der folgenden Punkte vorliegen:

  • Gelenkveränderungen ( sichtbar im Röntgenbild )
  • Entzündungen an den Fingergelenken und an den Handgelenken
  • ein Nachweis von bestimmten rheumatischen Faktoren im Blutbild
  • vorhandene oder sich bildende Rheumaknoten
  • ein gleichzeitiger Befall der Gelenke auf beiden Körperseiten
  • eine gleichzeitige Entzündung an mindestens 3 Gelenkbereichen
  • Morgensteifigkeit der befallenen Gelenke, die länger als 1 Stunde andauert



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